Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von balm&creak, heute nur mit mir, Mareike. Das neue Jahr gibt sich musikalisch vielversprechend, in den ersten beiden Januarwochen haben sich schon ein paar Bands mit tollen neuen Alben zurückgemeldet. Gerade gehört haben wir “Angry young men” vom neuen Album von Get Well Soon das da heißt “Vexations”. Get Well Soon, das ist in erster Linie Konstantin Gropper, dem Mastermind und Songschreiber der Combo und der Song den wir gerade gehört haben ist die erste Singleauskopplung aus dem Album mit dem von manchen als ein bisschen anmassend wahrgenommenen Titel “Vexations”, so heißt nämlich auch ein Klavierstück von Erik Satie. Ich finde ja große Vorbilder eigentlich ganz gut. Die nächsten zwei Songs vom Vexations Album sind “We are ghosts” was mein persönliches Highlight ist und neulich bei einem Vorabkonzert in Berlin ganz charmant als ‘Shoop-Shoop-Song’ angekündigt wurde und “A burial at sea”, in dem mal wieder das Seefahrerthema verarbeitet wird. Da müsste man eigentlich mal nachfragen, ob es persönliche Beziehung vom Songschreiber zur Seefahrt gibt , das Motiv taucht nämlich immer wieder auf, im Jahr 2008 auf der Christmas EP gab es schon ein Video im U-Boot zu dem Song “Listen! Those Lost At Sea”. Vielleicht war sein Opa Seemann, wer weiß. Das Album erschien übrigens bereits am 08. Januar via City Slang, und zum ins Herz schliessen gibt es jetzt noch den Song “Seneca’s silence”.


Nach den pompösen Gesten von Get Well Soon kommen wir jetzt zu einer vermeintlich bodenständigeren Combo namens Midlake. Ihr Musik ist jedenfalls sehr viel sparsamer arrangiert und setzt eher auf reduzierte Songs als auf große Gesten. Gemeinsam mit Get Well Soon haben sie, dass auch sie von einer Musikschule kommen, die liegt in ihrem Fall allerdings in Texas und nicht in Deutschland. Das Quintett hat schon zwei Alben veröffentlicht, über die aber kaum jemand geredet hat, ich würde sagen zu Unrecht. Jetzt erscheint Ende des Monats ihr drittes Album und es trägt den Titel “The courage of others”. Als ihre Einflüsse nennen sie vielerlei Verschiedenes, Radiohead soll laut Promozettel eine Inspiration für sie sein, und Bilder aus dem 19. Jahrhundert geben ihnen mehr als MTV zu schauen. Das ist ihrer Musik auch irgendwie anzuhören, fast schon nach traditionellen Folksongs klingt sie und ich bin ganz froh dass sie ihre Finger von Synthesizern und Co. lassen. So ist das Album, fast durchgehend mit Acoustic-Balladen bestückt, eine runde Sache.

Bevor wir zum nächsten und letzten neuen Album von heute kommen kommt hier ein Song von einer jungen Band aus Oxford, die soweit ich weiß noch kein Album draussen hat, aber eine EP. Die Band heißt Stornoway und ihre EP “Zorbing”. Darauf befindet sich auch der gleichnamige Song, der sich innerhalb weniger Sekunden in meine Lieblingsliederliste geschlichen hat. Die Referenz zu Oxford Collapse liegt nicht nur wegen der Herkunft sondern auch musikalisch nah, es klingt nach frischem Indie-Folk-Pop aus Grossbritannien. Auch passen würden sie, rein musikalisch, in die Bärte-Ecke, so wie die vorangegangene Combo Midlake, Mumford & Sons und all die anderen. Dafür sind sie aber noch zu jung.

Vom Nachwuchs kommen wir jetzt zu jemandem, der inzwischen eine beachtliche Anzahl von Veröffentlichungen vorweisen, die letzte ist gerade mal ein halbes Jahr her und hiess Hombre Lobo, die dazugehörige Band natürlich Eels. Übermorgen erscheint das neue Album mit dem nicht unbedingt hoffnungsvollenTitel “End times”. Das Album wurde von Bandleader Mark Oliver Everett größtenteils allein auf einem alten Vierspurgerät in seinem heimischen Keller aufgenommen, was dem ganzen einen knarzigen und irgendwie wohl ‘echten’ Charme verleiht. End times wird in der Pressemitteilung Scheidungsalbum genannt und Everett hat seinen persönlichen Verlust ins größere Ganze eingearbeitet und erteilt der ganzen Welt die rote Karte. Wenn man ihn so singen hört hat man einen gebrochenen alt gewordenen Mann vor Augen und es ist wahrscheinlich ganz gut dass er diese ganze Verzweiflung und Resignation loswerden konnte mit dem Album. Wir können uns auf jeden Fall darüber freuen, herausgekommen sind nämlich eine Handvoll Songs die zwar unglaublich traurig sind, dabei aber trotzdem glücklich machen können. Das wars für heute. Nächste Woche ist Verena wieder dabei und wir werden uns Adam Green zur Brust nehmen, desweiteren erscheint diese Woche ja auch ein von mir mit Spannung erwartetes Album, nämlich Schall und Wahn von Tocotronic. So vielversprechend wie es angefangen hat geht das Jahr also vorerst auch weiter. Soviel von mir und heute, verantwortlich für diese Sendung war Mareike Lütge, habt Dank für die Aufmerksamkeit und noch einen schönen Abend.

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