Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von balm&creak. Ich habe heute ein Interview mit Health für euch, die ich vor 1 1/2 Wochen auf dem Dockville Festival interviewt habe. Und außerdem eine Neuvorstellung des am 14. August erschienenen Simian Mobile Disco Albums, das den Namen Temporary Pleasure trägt und auf Wichita Recordings/Cooperative Music erschienen ist. Simian Mobiel Disco kennen viele von euch sicherlich von ihrem ersten größeren Hit “We are your friends”, der ja auch von Justice geremixt wurde.
Nach dem ebenfalls We Are Your Friends betitelten ersten Album (damals hießen sie noch nur Simian ohne Mobile Disco), was noch mehr den Anschein eines Indie Electro Pop Albums erweckte, wurde das nächste Album Attack Decay Sustain Release schon um Längen elektronischer, was wohl auch viel mit ihrer DJ Tätigkeit zu tun hat. Ich glaube wenn man Spaß am Auflegen hat, bekommt man schnell heraus was die Leute zum Tanzen bewegt – und das ist meistens der Beat. Passend dazu hieß der Hit vom letzten Album auch It’s the Beat, zu dem es auch eine ganze Menge Remixe, u.a. von den Teenagers gibt. Und während sie sich auf dem letzten Album auch in den Vocals selber einbringen, ist das neue Album, Temporary Pleasure ursprünglich als instrumentales Album angelegt gewesen. Als die Songs entstanden entschieden sie sich aber dennoch, die Tracks an verschiedene ihnen bekannte Künstler zu schicken, die dann selber die Lyrics zu den Melodien verfassten. Die erste Single Auskopplung Audacity of Huge ist z.B. von Chris Keating von den Yeasayers eingesungen worden.

Das im August erschienene Simian Mobile Disco Album Temporary Pleasure spielt auf die Vergänglichkeit von Club Musik an. Im ersten Moment den Fokus auf Pleasure legend, was als Begriff ihrer Meinung nach oft mit Club Musik verbunden wird, finden sie den temporären Aspekt inzwischen viel spannender. Dabei geht es ihnen nicht nur zwingend um die Vergänglichkeit, sondern vielmehr um den zeitlichen Aspekt in dem das Album entstanden ist, also die Verortung im zeitlichen Kontext und das Bewusstsein, dass das Album eben nicht zu jeder Zeit hätten entstehen können, sondern so nur in der Gegenwart. So sind als Sänger auch viele sehr aktuelle Künstler auf dem Album vertreten, wie Beth Ditto von Gossip und Alexis Taylor von Hot Chip, deren Lieder ich jetzt noch mal spielen werde, bevor wir uns Health zuwenden.

Nachdem ihr gerade als letztes Cruel Intention vom neuen Simian Mobile Disco Album gehört habt, mit Beth Ditto von Gossip an der Stimme und davor Bad Blood vom selben Album gesungen von Hot Chips Alexis Taylor, geht es jetzt von England nach Amerika, genauer gesagt nach Los Angeles, wo Health herkommen. Ich weiß nicht wie vielen von euch die Band Health ein Begriff ist, aber ein Lied kennt ihr ganz sicher und das ist der Crimewave Remix von den Crystal Castles.

Im Endeffekt hat dieses Lied nicht viel mehr mit Health zu tun, als dass die Trommeln und Lyrics verwendet worden sind. Health machen nämlich Noise Rock und sind in LA aus einer Szene erwachsen, die sich um das Smell, eine All-Ages Underground Club gegründet hat und zu dem auch Bands wie Mae Shi, No Age, Mika Miko und Abe Vigoda gehören. Während des Interviews, das ich auf dem Dockville in Hamburg mit Jake dem Leadsänger von Health führen konnte, sprachen wir ein wenig über die Szene in Los Angeles aus der sie entwachsen sind, auch wenn sie meinen, dass die Zeit dieser Szene eigentich schon wieder vorbei ist.

Der Szene um das Smell wird immer wieder ein starker DIY Spirit zugeschrieben und auch Health, die ihr erstes selbstbetiteltes Album vollständig unter Eigenregie dort aufnahmen buchten ihre erste Tour in Amerika vollkommen selbstständig, bekamen aber dann schnell viel Aufmerksamkeit, und wurden auf Touren nach Europa eingeladen, so dass sie dies inzwischen nicht mehr machen brauchen auch wenn sie in Amerika immer noch, meist bei Freunden untergebracht sind, wenn sie unterwegs sind. Jake, der bevor er die Band gründete Englisch und World Literature studierte, sagte dass sie sehr oft zu ihrer DIY Vergangenheit befragt wurden die ihn anregten sich weiter Gedanken dazu zu machen, die mir sehr zusagten und er freundlicherweise mit uns teilt:

Ich hatte viel Spaß während dem Interview, weil es ein nicht reines: ‘worum gehts in euerem Album, wer spielt welche Instrumente’, Interview war, sondern sich auch mit der aktuellen Musikindustrie beschäftigte, die sich ja schon vor der allgemeinen, Genre übegreifenden Krise, immer wieder mit der Frage rumquälte, was eigentlich aus ihr werden soll.

Sich nicht einfach dagegen verwehrend, dass sich musikalische (Vermarktungs-)Strukturen verändern, betrachten sie die aktuelle Situation vielmehr als eine Aufforderung zur Kreativität und auch zu einem persönlicheren Umgang zwischen Band und Fans. Um das Interesse potentieller Hörer_innen zu wecken wird ihr neues Album beispielsweise in einem Set mit Buttons, Aufkleber, Poster und T-shirt verkauft, die alle gemeinschaftlich Designed und in einem Stil entwickelt worden sind, der das Band-Konzept als ganzheitliches nicht nur auf die Musik beschränktes, darstellt.

Die Slow, das Lied das ihr grade gehört habt, ebenfalls von der Band Health, dessen Lead Sänger ich auf dem Dockville Festival in Hamburg interviewt habe sagt, dass es eigentlich nicht ihr Stil sei über die Texte ihrer Musik zu reden, zumindest würde er das in Amerika niemals machen, verriet dann aber doch ausführlich worum es ihm in dem Lied geht:

Damit verabschiede ich mich für heute bis nächste Woche, das gesamte Interview könnt hr auf unserer Website www.balmandcreak.de nachlesen und auch anhören.
Außerdem findet ihr dort alle möglichen weiteren Informationen wie Playlists etc.
Zum Abschluss gibt es ein Lied von Voxtrot, das heißt Berlin, Without Return und von Imogen Heap, das sehr begeisterungswürdige Lied Little Bird.

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